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Das bayrische Bier

Jeder weiß: Das Bier hat seinen Ursprung in Bayern. Doch viele wissen nicht worin der Unterschied zwischen den verschiedenen Bierarten besteht und was überhaupt mit dem Reinheitsgebot gemeint ist. In folgendem Text können sie genau aus diesem Grund alle wichtigen Informationen rund um das typisch bayrische Bier und um das 500 Jahre alte Reinheitsgebot nachlesen, dann werden sie verstehen, warum die Bayern „ihr“ Bier „Flüssiges Gold“ nennen.




Was ist Bier überhaupt?

Bier ist ein alkoholhaltiges Genussmittel, dass durch die Gärung von Malz oder anderer stärkehaltiger Rohfrüchte entsteht, die dann Malzersatzstoffe genannt werden und dessen Kern verzuckerte Stärke ist. Man destilliert dieses Gebräu nicht und fügt würzende Stoffe wie Kräuter, Früchte oder wie in den allermeisten und folglich auch bekanntesten Fällen Hopfen. Der Alkoholgehalt kann zwischen den einzelnen Biervarianten variieren, wie etwa zwischen Oktoberfestbier und normalen Bier, liegt aber durchschnittlich etwa bei fünf oder sechs Prozent.

Geschichte des bayrischen BieresBiergläser mit Fass

Die erste offizielle Gründung einer Brauerei, nämlich die der Klosterbrauerei Weihenstephan, ist auf das Jahr 1040 datiert, jedoch gibt es eine Legende die beschreibt, dass der Heilige Korbinian mit einigen Mönchen angeblich schon 315 Jahre früher mit der Bierbrauerei begann. Im Laufe der folgenden hundert Jahre entstanden dann die ersten Klöster rund um München, die dann oftmals auch eigene Brauereien gründeten, aus denen dann die Biermarken Franziskaner, Paulaner und Augustiner entstanden, die auch heute noch Bier brauen.

Es folgte im Jahre 1539 eine Brauverordnung die es Verbot zwischen dem 23. April und dem 29.September Bier zu brauen, weil dadurch eine höhere Brandgefahr in den warmen Sommermonaten entstand. Es folgte dann im Jahre 1516 das bekannte bayrische Reinheitsgebot, das als das ältestes bis heute geltendes Lebensmittelgesetz überhaupt gilt, doch dazu später mehr.

Die fünf größten bayrischen Brauereien

Die heute fünf größten bayrischen Brauereien sind Oettinger, Paulaner, Erdinger, Augustiner und Franziskaner, deren Inlandsabsatz sie folgendem Diagramm entnehmen können:

(Quelle: Statista)

(Quelle: Statista)

Die Brauerei Oettinger ist zudem auch die größte Brauerei in ganz Deutschland.

Das Reinheitsgebot

Bevor wir ihnen die Bedeutung des Reinheitsgebotes genauer erläutern, können sie hier den originalen Wortlaut des Gebots von Wilhelm den VI. lesen:
„Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, daß forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die kein besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli bis Georgi ein Maß (bayerische = 1,069 Liter) oder ein Kopf (halbkugelförmiges Geschirr für Flüssigkeiten = nicht ganz eine Maß) Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller (Heller = gewöhnlich ein halber Pfennig) bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll. Wo aber einer nicht Märzen-, sondern anderes Bier brauen oder sonstwie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen. Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Faß Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden. Wo jedoch ein Gauwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer (= enthält 60 Maß) Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeine Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemandem erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken.“
Gegeben von Wilhelm IV.
Herzog in Bayern
am Georgitag zu Ingolstadt anno 1516

Die Kernaussage des Reinheitsgebots besteht darin, dass das bayrische Bier natürlich und frei von Zusatzstoffen und nur mit Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden darf. Das Reinheitsgebot gilt auch heute noch zur Oktoberfestzeit, was als Anlehnung an die Tradition des Oktoberfestes zu verstehen ist.

Das Oktoberfestbier

Eine Maß Bier mit Breze

Eine Maß Bier mit Breze

Die Geschichte des Oktoberfestbiers ist an die Brauereiverordnung von 1539 angelehnt: Laut dieser durfte zwischen dem 23. April und dem 29. September eines Jahres kein Bier gebraut werden, weshalb man das Bier in kühlen, unterirdischen Lagerräumen über den Sommer lagern musste. Folglich wurde das zu lagernde Bier im März gebraut, wodurch es dann auch zu dem Namen Märzen bzw. Märzenbier kam. Damit das Bier auch über den Sommer haltbar blieb und man auch im September und Oktober Bier zum Trinken hatte musste man die Haltbarkeit des Bieres erhöhen. Dies gelang, indem man den Gehalt der Stammwürze und den des Alkohols mittels einer stärkeren Hopfung erhöhte. Dieses Bier wurde dann früher auch auf dem Oktoberfest ausgeschenkt, ist dort heute, außer in den Zelten die Hacker-Pschorr-Bier anbieten, aber nicht mehr zu finden. Jedoch hat auch das heutige Oktoberfestbier, dass dem Biertyp „Wiener Export“ entspricht, noch einen höheren Alkoholgehalt als das Normale.

Hier haben wir ihnen alle sechs verschiedenen Wiesn-Brauereien mit Alkoholgehalt des Bieres aufgelistet:

  • Das Oktoberfestbier von Augustiner ist ein helles Bier mit einem Alkoholgehalt von 6,o Prozent.
  • Das Wiesn-Bier der Hacker-Pschorr-Brauerei hat einen Alkoholgehalt von 5,8 Prozent und ist die letzte Brauerei die noch ein echtes Märzenbier ausschenkt.
  • Das Hofbräu-Bier ist ebenfalls ein helles Bier mit einem Alkoholgehalt von 6,3 Prozent. Es ist somit auch das stärkste, am Oktoberfest ausgeschenkte, Bier.
  • Das Bier der Löwenbräu-Brauerei weißt einen Alkoholgehalt von 6,1 Prozent auf und ist ebenfalls ein helles Bier.
  • Paulaner stellt ein Oktoberfestbier mit einem Alkoholgehalt von 6,0 Prozent her, welches auch ein helles Bier ist.
  • Das Bier der Spaten-Franziskaner-Brauerei ist ein helles Bier und mit nur 5,9 Prozent Alkoholgehalt auch das alkoholärmste Bier des Oktoberfests

In folgender Tabelle können sie sehen in welchem Festzelt sie welches Bier erhalten können:

Name der BrauereiZeltname
AugustinerAugustiner-Festhalle, Fischer-Vroni
Hacker-PschorrHacker-Festzelt, Pschorr-Bräurosl
HofbräuHofbräu-Festzelt
LöwenbräuSchützen-Festzelt, Löwenbräu-Festzelt
PaulanerArmbrustschützenzelt, Winzerer Fähndl, Käfer´s Wies´n Schänke
Spaten-FranziskanerMarstall, Schottenhamel, Ochsenbraterei

Wie wird Bier gemacht?

Ein Blick in eine Brauerei

Ein Blick in eine Brauerei

Wir beschreiben ihnen hier einen Brauvorgang streng nach dem Reinheitsgebot, das auch als Qualitätsmerkmal unter den Bieren gilt.

  1. Als erstes wird aus Getreide, besonders oft verwendet wird Gerste, Malz produziert und dann geschrotet.
  2. Mit dem Maischen, bei dem das Wasser auf 60 Grad-Celsius erhitzt, anschließend das mittlerweile geschrotete Malz hinzugefügt und unter durchgehendem Rühren auf circa 75 Gard-Celsius erhitzt wird, beginnt dann der eigentliche Brauprozess.
  3. Durch verschiedene Pausen während der Erhitzung kann sich die Stärke aus dem Malz in Zucker umwandeln, was anschließend mit einer Iod-Probe geprüft wird.
  4. Im nächsten Schritt wird das Ganze, jetzt Maische genannt, im Läuterbottich geläutert, wobei der Malztreber und die Würze voneinander getrennt werden.
  5. Nun wird die Würze nochmals mit heißem Wasser gespült und danach in einer Pfanne zusammen mit dem Hopfen gekocht
  6. Beim Ausschlagen, dem nächsten Schritt beim Bierbrauen, wird der in der Pfanne entstandene Sud durch einen Filter gesaugt, damit die bei den vorhin beschriebenen Schritten entstandenen Stoffe, sogenannte Schwebestoffe, von der sogenannten Ausschlagwürze/Anstellwürze getrennt werden können.
  7. Der letzte Schritt besteht darin die Anstellwürze mittels eines Kühlers auf die ideale Temperatur zum Gären abzukühlen und die von Biersorte zu Biersorte unterschiedliche Hefekultur der Anstellwürze zuzuführen.
    Hier entscheidet sich auch was für eine Biersorte das Endprodukt sein wird: Während obergärige Biersorten bei Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad-Celsius vergärt, vergären untergärige Sorten bei Temperaturen zwischen acht und 14 Grad-Celsius.

Nun kann man nur noch die einwöchige Haupt- und die vier- bis sechswöchige Nachgärung abwarten, das Bier dann eventuell noch ein weiteres Mal filtern und dann entweder in Fässer, Dosen oder Flaschen abfüllen, oder aber das selbst gebraute Bier auch gleich selbst genießen.

Wenn sie nun Lust bekommen haben ihr eigenes Bier zu brauen, können sie dies mit folgendem Set tun:

die Einzigartigkeit des bayrischen Bieres

Der Name „Bayerisches Bier“ ist seit dem Jahre 2001 von der Europäischen Union eine geschützte geographische Angabe. Seitdem darf man sein Bier nur noch „Bayerisches Bier“ nennen, wenn:

  • Das Bier in Bayern gebraut wurde
  • Wenn das Bier streng nach dem bayrischen Reinheitsgebot gebraut wurde

Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind wird von der Europäischen Union regelmäßig geprüft, um die traditionelle Herstellungsweise des bayrischen Bieres zu waren und den Missbrauch und die Nachahmung des Originals so gut wie möglich zu unterbinden.

Die verschiedenen Biersorten

Die vier beliebtesten Biersorten aus insgesamt über 40 verschiedenen existierenden Biersorten in Bayern, sind das Weißbier, Lager-/Helles-Bier, das Export und das Pils. In welchem Verhältnis diese zu den übrigen Biersorten stehen zeigt folgendes Diagramm:Diagramm beliebteste Biersorten

Weitere Informationen

Die Brauereien konnten im Bundesland Bayern im Jahr 2015 18.766.331 Hektoliter Bier absetzten. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es noch 18.488.918 Hektoliter (Quelle: Statistika).

Die oben beschriebenen 40 verschiedenen Biersorten in Bayern werden von circa 4000 verschiedenen Brauereien im Bundesland hergestellt und das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet weltweit liegt auch im Freistaat, nämlich in dem Städtchen Hallertau.

Brauereimuseum

Es gibt zwar einige Brauereimuseen in ganz Bayern, doch wir haben ihnen ein Brauereimuseum herausgesucht, das uns persönlich am besten gefallen hat, weil dort noch wirklich Bier produziert wird: Das Brauereimuseum des Hofbräuhauses Traunstein, dessen Adresse sie in folgender Karte sehen können:

Durch das Brauereimuseum, welches nebenbei bemerkt immer noch Bier produziert, kann man ausschließlich im Rahmen einer Führung gehen. Die Führungszeiten finden sie in folgender Tabelle:

Art der FührungTagUhrzeitPreisAnmerkungen
Normale FührungMontag, Dienstag, Mittwoch11:00 UhrErwachsene (ab 16 Jahren):
8,50 Euro
Kinder (unter 16 Jahren):
4,50 Euro
Ermäßigungen auch für Schüler, Studenten, Schwebehinderte und Freiwilligendienstleistende
AbendführungMontag18:00 UhrErwachsene (ab 16 Jahren):
8,50 Euro
Kinder (unter 16 Jahren):
4,50 Euro
Ermäßigungen auch für Schüler, Studenten, Schwebehinderte und Freiwilligendienstleistende

Von November bis Januar muss man sich voranmelden wenn man das Museum besichtigen möchte. In dem Eintrittspreis ist eine Bierverkostung für die Erwachsenen (über 16 Jahre) und Brezen für alle inbegriffen. Wenn sie mehr über das Brauereimuseum erfahren wollen dann besuchen sie doch www.hb-ts.de/brauerei/brauereifuehrungen für mehr Informationen.